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Unser
heutiges Sozialsystem ist längst nicht mehr das, was es vor über 100 Jahren
einmal war. Darüber sind sich sicher alle einig. Wie mit diesen stark
veränderten Umständen umzugehen ist, darüber gehen die Meinungen allerdings sehr
weit auseinander.
Erschreckend
ist dabei die Vielzahl von selbsternannten oder vermeintlichen "Sozialexperten",
die allesamt wahrscheinlich ein entsprechendes Studium und einen sicheren und
gut bezahlten Arbeitsplatz im öffentlichen Bereich, jedoch kaum praktische
Erfahrungen haben. Die Forderung der "Grünen", alle Bürger dieses Landes
zwangsweise gesetzlich zu versichern, zeugt von absoluter Unkenntnis unseres
gesamten gegenwärtigen Sozial- und Wirtschaftsgefüges. Vordergründig und
kurzfristig würde damit der untragbare Zustand des fehlenden Geldes in der Tat
möglicherweise kurzzeitig beseitigt. Die Wurzel allen Übels, nämlich das total
unzeitgemäße System bliebe, jedoch mit der Folge, dass die Leistungen bei
ständig steigenden Preisen noch mehr gekürzt würden und sehr bald wieder Ebbe in
der Kasse ist. Der Leidtragende ist - wie immer - der wehrlose Bürger.
Nicht dieser,
sondern der genau umgekehrte Weg ist nach meiner bescheidenen Meinung der
richtige: die vollständige Überleitung unseres kranken Gesundheitssystems in die
seit Jahrzehnten bewährte Privatwirtschaft unter staatlicher Aufsicht. Das
„Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen“ müsste dafür noch nicht einmal
geschaffen werden, da es diese Einrichtung bereits gibt. Jeder weiß, dass -
nicht nur in Deutschland - staatliche Einrichtungen zu übertriebenem
Bürokratismus mit all seinen ausschließlich negativen Folgen neigen. Bei den
gesetzlichen Krankenkassen ist dies in exzessivster Form der Fall.
Ich höre
schon jetzt den Aufschrei aller vermeintlich sozial denkenden und handelnden
PolitikerInnen und sehe den erhobenen Zeigefinger, der z.B. auf die Zustände im
Gesundheitswesen in Großbritannien weist. Die dortigen Verhältnisse sind
allerdings kaum mit den hiesigen vergleich- und übertragbar und zum anderen müssen wir die
Fehler, die dort begangen wurden, doch nicht ebenfalls machen.
Meine
Forderung ist, dass alle derzeitigen gesetzlichen Kassen konsequent in
privatwirtschaftlich und unter kaufmännischen Gesichtspunkten geführte
Gesellschaften überführt werden und das so schnell wie möglich. Dann würden sich
Diskussionen über Zuzahlungen, Selbstbehalte und Mehrklassengesellschaft
erledigen. Jeder könnte für sich den Versicherungsschutz wählen, der für ihn der
richtige ist. Gleichwohl wären diese Gesellschaften zu verpflichten, jede
Person, also auch Kranke, aufzunehmen, bei 80 Mio. Versicherten (einschließlich
der Beamten, der Selbständigen und der sog. "Besserverdienenden") ein sicherlich
zu vernachlässigendes Risiko. Damit wäre der historische Solidargedanke in
Reinstform umgesetzt, der übrigens in der „Privaten“ auch schon immer galt. Ganz
nebenbei werden dann z.B. auch für die Patienten und die Kassen nachvollziehbare
Rechnungen erstellt. Betrügerische Ärzte haben kaum noch eine Chance. Und
letztlich entfallen auch die flickschusterischen Eiertänze einer
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), die selbst längst privat versichert
ist und etwa über eine Budgetierung nur milde lächelt.
Ich bin fest
davon überzeugt, dass unser jetziges Gesundheitssystem nicht mehr lange
überleben wird. Die Verantwortlichen müssen sich ganz schnell von der
althergebrachten bismarck'schen Denkweise lösen und geistige Flexibilität und Mut
zu wirksamen Neuerungen beweisen. Das sollte allerdings nicht nur im
Gesundheitswesen so sein.
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