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Wird die Bürgerversicherung kommen?

Um diese Frage gleich zu beantworten: nein, ziemlich sicher nicht.

Wenn die politisch Verirrten in Berlin und anderswo dieses vorprogrammierte Desaster tatsächlich beschließen sollten, wird es sehr bald wieder abgeschafft werden müssen, da es weder durchsetzbar noch langfristig finanzierbar ist.
Zunächst scheint es ja so, dass wenn jeder Bürger Beiträge zahlt, nicht nur genug Geld für die staatliche Krankenversicherung vorhanden sein müsste, sondern auch eine hochgradige Gerechtigkeit herrschen müsste. Alle müssen zahlen, auch die ungeliebten Beamten, die Selbständigen und die Besserverdienenden.

Jeder soll 10% (oder mehr oder weniger) aus seinen kompletten Einkünften bezahlen. Das ist der Grundgedanke. Eine Beitragsbemessungsgrenze bleibt (angedacht ist die der gesetzlichen Rentenversicherung = 5.100 EUR in 2004) oder sie fällt sogar ganz weg.

Soziale Gerechtigkeit pur: dem Rentner, der 800 EUR bekommt, tun die 80 EUR bestimmt mehr weh, als dem Beamten, der 400 EUR von seiner Besoldung von 4.000 EUR "abdrücken" muss.

Ein Haushalt mit einem Einkommen von 7000 Euro und drei Kindern in weiterführenden Schulen, in dem nur eine Person verdient und damit einziges beitragspflichtiges GKV-Mitglied ist, zahlt bei 14% Beitragssatz in der GKV monatlich 493,50 Euro für die gesamte Familie, also für fünf versicherte Personen.

Ein Doppelverdienerhaushalt mit einem Einkommen von 2000 Euro und 3000 Euro sowie ebenfalls drei Kindern zahlt monatlich 700 Euro Beitrag. Erzielen die Kinder bereits ein eigenes kleines Einkommen, steigt der Gesamtbetrag der Familie sogar noch weiter an!

Der besser verdienende Haushalt zahlt also erheblich weniger als der geringer Verdienende.

Was wird dafür geboten? Nur das, was medizinisch absolut notwendig ist, also noch weniger als heute bereits die "Gesetzliche" bietet. Die Verfechter dieser abstrusen Ideen weichen sodann aber alles wieder auf, in dem sie Zusatzversicherungen großzügig erlauben wollen. Damit haben wir sie wieder, die Zwei-Klassen-Gesellschaft im Gesundheitswesen. Der arme Rentner kann sich das nicht erlauben, der reiche Beamte sehr wohl. Und was verdienen diese Verfechter der Bürgerversicherung? Ganz sicher mehr als 4.000 EUR!!! Diese Damen und Herren sollten zuerst das Volk, das sie vertreten und von dem sie Schaden abzuwenden haben vorher befragen.

Wieso wird überhaupt derart krampfhaft an diesen anachronistischen Modellen festgehalten, die aus einer Zeit stammen, in der die politischen, demographischen und sozialen Voraussetzungen gänzlich anders waren?

Die kapitalgedeckte (und damit 'private') Krankenversicherung ist langfristig die einzig vernünftige Lösung für das kranke Gesundheitswesen in Deutschland. Natürlich müsste auch hier einiges geändert werden, wenn sich alle dort versichern sollen. Die 'Privaten' wären aber sehr wohl in der Lage und auch willens, eine Grundversicherung für alle anzubieten, die durch Erweiterungsbausteine noch verbessert werden kann, so, wie dies bisher schon war. Und das alles würde bezahlbar bleiben, denn die Kosten/Nutzenkalkulation würde sich zugunsten niedrigerer Beiträge verbessern.

Der Solidargedanke bliebe dabei noch nicht mal auf der Strecke. Die vielen existierenden Einzeltarife sind - jeder für sich - nichts anderes als jeweils eine Solidargemeinschaft im Kleinen, die, wenn sich alle hier versichern könnten, eine ganz große würde.

 

Ein erster Schritt in die richtige Richtung
"Zugang zu Privatkassen künftig ohne Risikoprüfung"

In dieser dpa-Meldung vom 04.06.2004 steckt eine gewisse Brisanz. Die "Privaten" wollen/müssen auf die abstrusen Pläne von Bürgerversicherung & Co. natürlich eingehen. Deshalb machen Sie nun den ersten und einzig richtigen Schritt nach vorn. Wenn die notwendigen Gesetzesänderungen dann tatsächlich kommen, werden alle zufrieden sein und niemand hätte sein politisches Gesicht verloren. Das kapitalgedeckte Verfahren der PKV ist schon jetzt und wird erst recht zukünftig die einzige vernünftige Möglichkeit sein, den völligen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern.


Weitere Infos hierzu hier.


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