Zukunft &
Beitragsanpassungen
Die Entwicklung bei den gesetzlichen Kassen verläuft derzeit
ziemlich dramatisch. Nachfolgend einige alte Presseinfos.
Den neuesten Stand können Sie unter "Das
Letzte" nachlesen.
Zukunft der
Krankenversicherung
(HNA vom 16. Juli 2001, dpa)
Schmidt zankt mit Müller
In der Bundesregierung gibt es Streit
um die Zukunft der Krankenversicherung. Bundeswirtschaftsminister
Werner Müller (parteilos) will nach dem Vorbild der
Rentenversicherung auch die Kranken- und Pflegeversicherung durch
private Vorsorge ergänzen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)
lehnt dies entschieden ab.
Nach Meinung Schmidts würde das
Modell von Müller die "solidarische Kranken- und
Pflegeversicherung zerstören". Außerdem entspreche dieser
Vorschlag nicht der Koalitionsvereinbarung und sei nicht die
Auffassung der Regierung, sagte die Ministerin. "Die Kranken-
und Pflegeversicherung ist komplizierter und funktioniert anders als
Angebot- und Nachfrage in der Wirtschaft." Auch die
stellvertretende DGB-Chefin Ursula Engelen-Kefer forderte, am System
der Beitragsfinanzierung festzuhalten. "Wir haben mit den vor
allem über Beiträge finanzierten sozialen Sicherungssystemen gute
Erfahrungen gemacht. Das muss auch so bleiben." Kritik kam auch
von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).
IG-BCE-Vorsitzender Hubertus Schmoldt warf Müller vor, das Risiko künftiger
Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge allein auf die Arbeitnehmer
abzuwälzen. Die persönliche Vorsorge wäre der Schritt in die
Zwei-KIassen-Medizin.
Im "Wirtschaftsbericht
2001", den Müller morgen vorlegen will, schlägt der Minister
nach Angaben der "Berliner Zeitung" vor, die
Arbeitgeberbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung den
Arbeitnehmern als Lohn auszuzahlen. Diese Mittel müssten für den
Aufbau einer privaten Vorsorge genutzt werden. Müller erhielt Unterstützung vom Vorsitzenden der
Ärztevereinigung Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery: "Wir
müssen weg von dem Umlageverfahren mit dem ganzen
Generationenbetrug, der darin steckt."
Persönliche Anmerkung des
Webmasters
Wenn Herr Schmoldt meint,
"die Entwicklung wäre ein Schritt in die
Zwei-Klassen-Medizin", so scheint er nicht ganz auf dem
Laufenden zu sein. Wir haben bereits diese Zwei-Klassen-Medizin.
Wenn das Solidaritätsprinzip wirklich von allen getragen würde,
gäbe es nicht die Möglichkeit, dass sich z.B. Beamte,
Selbständige und Besserverdienende privat versichern können. Wenn
andererseits die in den Solidartopf gezahlten Beiträge
marktwirtschaftlich orientiert verwendet würden, würde das
Solidarprinzip vielleicht auch funktionieren. Solange jedoch
Glaspaläste und riesige Verwaltungswasserköpfe von den
"Gesetzlichen" errichtet und gepflegt werden und dies
alles z.B. durch eine
Budgetierung und Minimalisierung der Leistungen finanziert wird,
kann und wird das erstrebte Solidarprinzip niemals erreicht werden.
Die Wortwahl "Generationenbetrug"
des Herrn Montgomery trifft deswegen den Kern der Sache exakt.
Wer jetzt
zukünftige amerikanische Verhältnisse befürchtet, ist auf dem
Holzweg. Deutschland und die USA sind politisch, wirtschaftlich und
mental überhaupt nicht vergleichbar. In der Konsequenz müssten
allerdings die "Privaten" gesetzlich verpflichtet werden,
jeden, also auch bereits Kranke in einem gemeinsamen Tarif zu
versichern, der die Leistungen der jetzigen "Gesetzlichen"
hat. Das würde den Privaten sicher weniger gefallen. In der
Gesamtbilanz dürften jedoch die erzielbaren Gewinne immer noch
immens sein.
Ein anderer
denkbarer Weg wäre die Privatisierung der gesetzlichen
Krankenkassen. Dabei dürften selbstverständlich nicht die Fehler
gemacht werden, die z.B. bei der Bahn gemacht wurden. Das
Bahnmonopol besteht trotz Privatisierung de facto ja weiterhin, mit
all seinen "beamtischen" Auswirkungen.
Herr Müller ist auf dem richtigen
Weg und ich wünsche ihm, dass er dabei nicht umfällt. Der "Gesetzlichen" prognostiziere
ich, unabhängig vom Erfolg oder Misserfolg des
Wirtschaftsministers, nur noch
wenige Jahre des Überlebens. Anmerkungen
siehe auch hier.
Kurzatmige Kostendämpfungspolitik hilft nicht wirklich.
Der Patient Krankenversicherung, sagt Ärztefunktionär
Frank Ulrich Montgomery, wird immer kränker.
Das Gesundheitswesen ist zu einer Dauerbaustelle geworden. Das Tempo der Gesetzgebung zieht an, immer kurzlebiger werden die Gesetze, immer öfter muss der Gesetzgeber echten oder vermeintlichen Fehlentwicklungen entgegensteuern. Dabei sind die Probleme sehr oft hausgemacht: Im Moment leiden die Krankenkassen an chronischer Schwindsucht, weil die Politik ihnen ungeniert in die Taschen greift.
Zur Sanierung der Arbeitslosen- und der Rentenversicherung werden der Krankenversicherung Milliarden entzogen, der erfolglose Kampf gegen die Arbeitslosigkeit belastet die Krankenversicherung doppelt.
Arbeitslose brauchen mehr Leistungen und zahlen weniger ein, neue Leistungen werden vom Gesetzgeber beschlossen - ohne gleichzeitig für mehr Einnahmen der Krankenversicherung zu sorgen. Dabei wird eines immer klarer. Diese kurzatmige Kostendämpfungspolitik kann letztlich keine Sanierung des Systems bewirken.
Der Patient Krankenversicherung wird immer kränker, bald liegt er auf der Intensivstation.
Der Politik fehlt der Mut zu einer wirklichen Therapie. Es bewahrheitet sich der alte Satz, dass Politiker nicht geeignet sind, einen Deichbruch zu vermeiden, wohl aber ihn, wenn der Deich gebrochen ist, zu managen. Es ist entwaffnend naiv, wenn die Bundesgesundheitsministerin in ihrer Pressekonferenz zugibt, sie habe kein Konzept, das Defizit zu beherrschen.
Dennoch wird es sicher bald wieder ein Kostendämpfungsgesetz geben. Kanzler Schröder kann 2001 nicht mit fünf Milliarden DM (2,56 Milliarden Euro) Defizit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in den Wahlkampf gehen. Das Risiko ist zu groß, dass aus diesem Defizit schnell 15 Milliarden im Wahljahr werden.
Wichtiger aber ist die langfristige Systemkorrektur. Das alte Bismarcksche System ist an seine Grenzen gekommen. Umlagefinanzierung, hälftige Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge und unbeschränkter Familienausgleich lassen sich nicht in ein neues Jahrtausend mit globalisierter Wirtschaft, sinkender Lohnquote und zunehmender gesellschaftlicher Entsolidarisierung retten.
Wir brauchen ein neues Krankenversicherungssystem, das privatwirtschaftlich organisiert werden muss. Die Eckpfeiler werden sein:
- Aufbau einer kapitalgedeckten Krankenversicherung.
|
- Versicherungspflicht für alle von Geburt an.
|
- Kontrahierungszwang Krankenkassen.
|
- Wahlmöglichkeit der Versicherten unter den Kassen unter Mitnahme der Alterungsrückstellung.
|
Wer sich die Prämie für sich und seine Familie nicht leisten kann, bekommt einen nach Einkommen gestaffelten Prämienzuschuss vom Staat. Nur so wird unsere Krankenversicherung demografieresistent und fortschrittselastisch. Nur so gewinnen wir die Solidarität unserer Kinder. Würde man nämlich unser heutiges System fortführen, müssten unsere Kinder in 30 Jahren Beitragssätze von über 30 Prozent allein in der GKV hinnehmen. Das werden sie nicht tun - sie werden den Generationenvertrag kündigen. Wir müssen ihnen heute die Chance eröffnen, selbst für ihre Zukunft Vorsorge zu tragen.
Die Übergangszeit wird dabei das größte Problem.
Wer heute über 45 oder gar Rentner ist, hat keine Chance mehr, ausreichende Alterungsrückstellungen zu bilden. Etwa 30 Jahre lang werden daher das alte System - mit abnehmender Relevanz - und das neue System -stetig zunehmend - nebeneinander existieren müssen. Das wird zu unsolidarischen Verwerfungen des Sozialsystems führen. Hier können unsere Politiker Tapferkeitsmedaillen beim Erhalt der Qualität unserer gesundheitlichen Versorgung verdienen. Politik braucht Mut: wer nur in Vier-Jahres-Zeiträumen denkt, hat keinen Mut. Er kann vielleicht die nächste Wahl, nie aber die Zukunft gewinnen. Deswegen ist es richtig und wichtig, dass sich die Parteien vor der Bundestagswahl zur Zukunft der GKV grundsätzlich äußern. Dann wird man sehen, wer fortschrittlich ist und wer nur überkommene Traditionen pflegt.
Dr. Frank Ulrich Montgomery (49) praktiziert als Radiologe. Montgomery ist Vorsitzender des Marburger Bundes und Präsident der Ärztekammer Hamburg.
Mit Mehrausgaben bei Arzneimitteln
begründet die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Rheinland-Pfalz die
Erhöhung ihres Beitragssatzes um 0,5 Prozentpunkte auf 14,6
Prozent, der ab Januar 2002 gültig wird. Die AOK in Rheinland-Pfalz
ist damit in einer Vorreiterrolle. Im Laufe der nächsten
Woche wollen auch andere AOK's ihre Beiträge erhöhen, und zwar
Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Saarland,
Hamburg und Bremen.
Drei weitere große Ersatzkassen werden ebenfalls ab Januar ihre
Mitglieder stärker zur Kasse bitten: Die Deutsche Angestellten
Krankenkasse (DAK) will statt 13,6 künftig 14,4 Prozent von ihren
Mitgliedern, die Barmer Ersatzkasse erhöht von 13,9 auf ebenfalls
14,4 Prozent, und die Techniker Krankenkasse plant, den Beitragssatz
um einen halben Prozentpunkt auf 13,7 Prozent zu erhöhen.
HNA v. 23.11.2001
Beiträge
sollen auf über 14 Prozent steigen
BERLIN • Die Krankenkassenbeiträge
werden 2002 erstmals im Durchschnitt voraussichtlich die
14-Prozent-Marke überspringen. Als Folge müssen Arbeitnehmer und
ihre Arbeitgeber 2002 wahrscheinlich fast acht Milliarden Mark (4,09
Mrd. Euro) mehr an Beiträgen zahlen. Diese Zahl nannten
Kassenvertreter am Donnerstag. Vor allem die Ersatzkassen wollen
nach Presseberichten ihre Beiträge drastisch um 0,3 bis 0,6
Prozentpunkte erhöhen. Bei einzelnen Ortskassen drohe sogar eine Anhebung
auf knapp 15 Prozent.
Laut „Hannoversche Allgemeine
Zeitung“ will die Barmer als größte deutsche Ersatzkasse
ihren Beitrag zum 1. Januar 2002 von 13,9 auf 14,4 Prozent anheben.
Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) plane eine Erhöhung
um 0,6 Punkte auf ebenfalls 14,4 Prozent. Auch die Techniker
Krankenkasse wolle ihren Beitrag um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte
steigern.
Die drei Ersatzkassen bestätigten,
dass sie Ende November über Erhöhungen entscheiden. In Hessen habe
der AOK-Beitrag bereits die 14-Prozent-Grenze überschritten.
In Niedersachsen will die AOK dagegen ihren Beitrag bis Ende 2002
stabil bei 13,8 Prozent halten.
Hohes Defizit
Die Kassen
hatten bereits im ersten Halbjahr 2001 ein Defizit von fast fünf
Milliarden Mark erreicht. Schuld waren unter anderem die
Arzneiausgaben, die nach der Aufhebung der Arzneibudgets durch
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hochgeschnellt sind.
(dpa)
(HNA vom 22. Juli 2001)
Bald auch private
Gesundheitsvorsorge?
|
Mit seinem Plädoyer
für eine Teil-Privatisierung der Krankenversicherung hat
Wirtschaftsminister Werner Müller heftige Diskussionen
ausgelöst. Während die einen das Aus der vernünftigen
Grundversorgung befürchten, sehen die anderen in dem
Vorschlag die einzige Möglichkeit, den drohenden Bankrott des
Gesundheitswesens abzuwenden.
|
Besser wirtschaften
KONTRA: Um das Problem in den Griff zu bekommen, müssen die Kosten gesenkt werden, sagt
ECKHARD SCHUPETA, Vize-Vorstandsvorsitzender der DAK.
|
Freiheit statt Bevormundung
PRO: Das Recht, sich selbst eine Versicherung zu suchen, bezeichnet FRANK ULRICH MONTGOMERY als Befreiung. Er ist Vorsitzender des Ärzteverbandes Marburger Bund.
|
| Deutschlands Gesundheitswesen ist weltweit das drittteuerste, qualitativ liegt es aber gerade mal im Mittelfeld. Kaum ein Volk schluckt so viele Pillen wie die Deutschen. Der Verband der deutschen Radiologen vertritt die Auffassung, dass nur rund ein Viertel aller Röntgenaufnahmen notwendig ist. Bei uns werden mehr Linksherzkatheter Untersuchungen und Ballondilatationen zur Erweiterung der Herzkranzgefäße durchgeführt als in den anderen Ländern der Europäischen Union. Diese Liste ließe sich fortsetzen. Sie zeigt, wie unwirtschaftlich das Gesundheitswesen arbeitet. Nur leider mangelt es dem Wirtschaftsminister am Mut, der Ärzte- und Pharmalobby wirklich Paroli zu bieten. Seit der Streichung der Arzneimittelbudgets explodieren die Kosten, ohne dass die Kassen wirksam gegensteuern können. So lässt die Positivliste auf sich warten, und verbindliche Behandlungsleitlinien fehlen.
Müllers Vorschlag, über eine Teilprivatisierung mehr Geld ins System bringen zu wollen, statt seine Unwirtschaftlichkeit zu reformieren, ist völlig abwegig. Er will offenbar Feuer mit Benzin löschen. Wer den Leistungskatalog in Grund- und Wahlleistungen unterteilen will, muss auch sagen, wo und wie. Flotte Schlagworte bringen uns nicht weiter. Schon heute sind die Ärzte nach dem Sozialgesetzbuch auf das medizinisch Notwendige verpflichtet. Doch die Praxis sieht anders aus, weil die Kassenärztlichen Vereinigungen sich mehr um die Honorare der Ärzte kümmern als um ein zeitgemäßes Qualitätsmanagement. Müller überzeichnet außer dem die Folgen der Altersentwicklung. Soll der medizinische Fortschritt finanzierbar bleiben, müssen die Kassen die Möglichkeit erhalten, unternehmerischer handeln zu können. Sie brauchen größere Spielräume für Verträge mit den Leistungsanbietern.
Die Idee, den Arbeitgeberbeitrag einzufrieren und als Lohnzuschuss auszuzahlen, wäre der Einstieg in die Privatisierung. Wer das gesundheitliche Risiko allein auf die Arbeitnehmer abwälzen will, wird erbitterten Widerstand ernten. |
Unsere gesetzliche Krankenversicherung (GKV) garantiert ein hohes Niveau medizinischer Versorgung - diese Qualität zu erhalten, muss Aufgabe aller Politik sein. Wirtschaftsminister Müller hat Recht, wenn er im Wirtschaftsbericht 2000 die Grundlagen der Finanzierung der GKV hinterfragt. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und rasant weiter entwickelter Medizin ist das bisherige Umlageverfahren, das paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt wird, nicht mehr zu halten. Heute finanzieren drei Arbeitnehmer einen Rentner, in wenigen Jahrzehnten ist das Verhältnis 1:1. Daher macht es Sinn, den Arbeitgeberbeitrag jetzt dem Lohn zuzuschlagen. Der Versicherte bekommt dann das Recht, sich seine Versicherung selbst zu wählen.
Das ist ein wirkliches Freiheitsrecht gegen die heutige Bevormundung durch die Funktionäre der Krankenkassen. Zudem verdienen immer weniger Menschen ihr Geld als "abhängig Beschäftigte" und immer mehr Geld wird von den Wohlhabenden unserer Gesellschaft durch Kapitalzuwachs und Spekulation verdient. Diese Einkommen aber werden durch unser heutiges Verfahren vor der Solidarität geschützt. Das ist zutiefst
unsolidarisch. Gerechter wäre es, eine Versicherungspflicht für alle Bürger zu verankern - nicht nur für die arbeitende Bevölkerung. Dazu gehörten dann auch Beamte, Selbstständige und nicht berufstätige Frauen. Die Versicherung kann man frei wählen, der Versicherer muss den Kunden aber aufnehmen. Der Beitrag wird als Prämie kalkuliert, nicht als Teil des Einkommens. Die Versicherer sind verpflichtet, nach versicherungsmathematischen Grundsätzen Altersrückstellungen zu bilden, damit jeder Einzelne individuell mit seinem Kapitalstock finanziell für Alter und Krankheit abgesichert ist.
So kommt man aus der Alterungsfalle genauso heraus, wie aus den Erpressungsversuchen der heutigen Krankenkassen. Weg vom Beitragssatz - hin zu Prämie und Kapitaldeckung: das ist der richtige Ansatz des Werner Müller. |
Krankenkassenreform
(HNA vom 28. Juni 2001, Redakteurin Agnes Tandler)
Übrig blieb nur ein Rumpf
Um die Finanzlage zu verbessern,
sieht der Gesetzentwurf für die Gesundheitsreform einen gemeinsamen
Risikopool aller Kassen für teure Patienten vor. Kritiker sehen
dieses System skeptisch.
"Ein Dolch ohne Stiel, an dem
die Klinge fehlt" - böse Zungen behaupten, dieses Zitat Georg
Christoph Lichtenbergs treffe auch auf die Reform des
Finanzausgleichs zwischen den gesetzlichen Krankenkassen zu. Das
Kabinett beschloss am Mittwoch einen Reformentwurf, dessen
umstrittenster und zentraler Punkt auf Druck der Grünen gestrichen
wurde. Übrig blieb nur ein Rumpf. Ursprünglich wollte
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt für die gesetzlichen
Krankenkassen einen Mindestbeitragssatz von 12,5 Prozent
festschreiben. Für etwa 3,6 Millionen Versicherte billiger
Betriebskrankenkassen (BKK) hätte dies eine Beitragserhöhung
bedeutet.
Schmidt wollte dies in Kauf nehmen,
um die Wechselei zwischen den Kassen zu drosseln. Denn diese bringt
vor allem die großen Kassen in Bedrängnis. Vor allem die
Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und Ersatzkassen klagen, dass
junge, gesunde Versicherte in den letzten Jahren zu den oft
billigeren BKK abgewandert sind. Bei ihnen verblieben zunehmend alte
und kranke Versicherte, deren medizinische Behandlung teuer ist. Das
bedeutet einen Treibsatz für die Beiträge. Tatsächlich haben von
Januar 1996 bis Juli 2000 rund 2,2 Millionen zahlende
AOK-Versicherte die Kasse gewechselt - etwa zehn Prozent bezogen auf
die AOK-Mitgliederstärke Anfang 1996. Damit ist auch der so
genannte Risikostrukturausgleich der Kassen ins Wanken geraten, der
die unterschiedliche Verteilung von kranken und gesunden
Versicherten eigentlich finanziell ausgleichen soll. Die
Stellschrauben funktionieren aber bisher nicht genau genug, um
Beitragssteigerungen bei den großen Kassen zu verhindern.
Die
Reform des Ausgleichssystems soll dies ändern und die dramatische
Entwicklung stoppen. Doch nach der Abkehr vom Mindestbeitragssatz
enthält der zurechtgestutzte Entwurf als konkrete und rasch
wirksame Maßnahme zur Verbesserung der Finanzlage zwischen den
Kassen nur noch die Einführung des gemeinsamen Risikopools. Ab 2003
sollen bei chronisch kranken Patienten Behandlungskosten von mehr
als 40.000 Mark pro Jahr von allen Kassen aus einem gemeinsamen Topf
finanziert werden. Dazu sollen die Kassen ihre Patienten für so
genannte Disease-Management-Programme gewinnen. Das sind spezielle
Behandlungsprogramme für bis zu sieben weit verbreitete chronische
Krankheiten wie Diabetes. Doch auch hier ist fraglich, ob das System
funktionieren wird. Kassen müssen ihre Patienten in das Programm
einschreiben, Gutachten sind nötig. Kritiker befürchten
Missbrauch. Außerdem wird eine Entlastung der Kassen mit vielen
"teuren Patienten" - etwa Diabetiker, Krebs- oder
Aidskranke - über den Risikostrukturausgleich erst in etwa zwei
Jahren spürbar werden. (AP)
Kassenwechsel kann viel Geld sparen
Viele gesetzlich Krankenversicherte können
jetzt durch ein Schlupfloch ihre Krankenkasse wechseln, obwohl
Bundesgesundheitsministerin Schmidt den diesjährigen Kündigungstermin
zum 30. September für Pflichtversicherte in den gesetzlichen
Krankenkassen außer Kraft gesetzt hat. Wechselwillige haben damit
die Möglichkeit, den Beitragserhöhungen, die zur Zeit wirksam
werden, auszuweichen. Denn das Sonderkündigungsrecht, das jedem
Versicherten erlaubt, sich bei einer Beitragssatzerhöhung seiner
Kasse eine andere zu suchen, gilt auch weiterhin.
In den kommenden Wochen wird es wegen
steigender Kosten zu einer Welle von Beitragssatzerhöhungen bei den
gesetzlichen Krankenkassen kommen. Den Anfang machen die
Ortskrankenkassen. Somit haben deren Mitglieder die Möglichkeit,
bis zum 31. Juli zu kündigen und sich zum 1. September einer günstigeren
Krankenkasse anzuschließen. Sämtliche laufenden Behandlungen übernimmt
dann ebenfalls die neue Kasse.
Freiwillig Versicherte können in
diesem Jahr auch weiterhin und unabhängig von einer Beitragssatzerhöhung
ihre Mitgliedschaft binnen zwei Monaten beenden. Beitragsersparnisse
von 1000 DM und mehr im Jahr sind keine Seltenheit.
Rentner
sind von Beitragserhöhungen nicht unmittelbar betroffen. Die
Gesetzgeber hat festgelegt, dass der jeweils am 1. Januar geltende
Beitragssatz bis zum 30. Juni des Folgejahres seine Gültigkeit behält.
Aber auch hier kann das Sonderkündigungsrecht genutzt werden. Vor
einem Wechsel sollten Versicherte jedoch auf mögliche Änderungen
bei der neuen Kasse achten.
Beitragsentwicklung in
Prozent bei einzelnen privaten KV-Gesellschaften in gängigen Volltarifen.
Berechnungsgrundlage ist jeweils ein 30-jähriger Mann.
Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und/oder
Richtigkeit! (A=Tarifbeginn).
|
Gesellschaft |
Tarif |
1991 |
1992 |
1993 |
1994 |
1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
2001 |
2002 |
| Alte
Oldenb. |
A90 |
A |
|
13,34 |
|
6,88 |
7,23 |
|
13,22 |
6,56 |
|
8,96 |
25,01 |
| ARAG |
210 |
|
A |
|
-8,66 |
|
13,94 |
|
10,21 |
11,14 |
|
|
13,53 |
| Axa-Colonia |
EL |
|
|
|
|
A |
1,39 |
3,23 |
11,86 |
11,95 |
10,67 |
|
|
| Barmenia |
VC2 |
|
A |
5,32 |
5,11 |
11,43 |
7,53 |
|
|
10,41 |
5,20 |
8,55 |
|
| Bay.
BeamtenKK |
A0 |
|
A |
34,55 |
|
8,21 |
51,93 |
|
14,90 |
1,54 |
|
11,05 |
|
| BBV |
A
0 |
|
A |
|
|
15,29 |
|
4,95 |
9,31 |
6,34 |
11,64 |
11,43 |
11,13 |
| Berlin-Kölnische |
GS2 |
|
A |
15,74 |
|
17,25 |
6,61 |
|
2,81 |
16,05 |
14,61 |
13,92 |
7,02 |
| BK-Speziale |
A1
0 |
|
A |
19,84 |
|
12,52 |
23,75 |
16,85 |
|
10,42 |
18,69 |
1,19 |
3,53 |
| Central |
KN
0 |
|
A |
6,71 |
10,75 |
9,21 |
7,76 |
|
|
|
6,64 |
|
geschl. |
| Concordia |
AV
1 |
|
|
|
A |
15,13 |
5,61 |
|
18,90 |
17,69 |
7,63 |
3,23 |
|
| Continentale |
GS1 |
|
|
|
A |
|
-10,81 |
5,00 |
5,51 |
-11,73 |
|
7,50 |
9,63 |
| DBV-Winterthur |
140/20 |
|
|
A |
6,26 |
7,26 |
16,86 |
|
8,31 |
11,91 |
19,75 |
|
10,16 |
| Debeka |
PN |
|
A |
|
14,22 |
|
|
11,13 |
|
|
4,64 |
|
10,84 |
| Deutscher
Ring |
A
10 |
|
A |
|
18,03 |
7,32 |
13,04 |
0,83 |
2,78 |
8,53 |
|
13,63 |
0,02 |
| DEVK |
AM-V0 |
|
|
|
A |
|
|
27,61 |
|
|
|
11,17 |
|
| DKV |
AD1 |
|
|
A |
17,07 |
|
11,80 |
5,28 |
11,64 |
14,73 |
13,26 |
8,71 |
|
| Globale |
A0 |
|
|
A |
|
|
|
20,30 |
20,26 |
|
|
3,58 |
8,73 |
| Hallesche-Nationale |
NK100 |
A |
|
14,20 |
|
|
12,78 |
16,35 |
|
6,42 |
|
8,91 |
13,86 |
| Hanse-Merkur |
KV
1 |
|
|
A |
5,76 |
9,53 |
|
11,38 |
6,77 |
10,01 |
6,16 |
3,55 |
10,51 |
| HUK |
A0 |
|
|
A |
|
11,36 |
|
28,36 |
|
|
14,30 |
|
|
| Inter |
VK |
14,12 |
|
47,95 |
24,24 |
|
19,96 |
26,03 |
|
9,59 |
|
14,80 |
|
| LKH |
100 |
|
|
|
A |
|
15,73 |
12,80 |
|
9,50 |
|
9,34 |
4,01 |
| LVM |
A0 |
A |
|
-1,20 |
|
9,72 |
|
3,53 |
10,23 |
13,43 |
16,43 |
3,60 |
4,65 |
| Mannheimer |
VS100 |
A |
|
|
16,32 |
9,58 |
|
7,86 |
23,76 |
|
9,13 |
|
6,41 |
| Münchener
Verein |
709 |
|
A |
|
22,48 |
|
16,82 |
9,00 |
|
16,74 |
10,35 |
|
|
| Nürnberger |
A001 |
|
|
|
A |
31,45 |
8,43 |
|
|
20,77 |
|
8,40 |
10,04 |
| R
+ V |
A
100 |
|
|
16,62 |
1,77 |
|
17,40 |
|
18,34 |
7,54 |
6,72 |
4,70 |
3,13 |
| SDK |
A
100 |
|
30,44 |
|
18,05 |
|
15,07 |
|
|
5,46 |
2,46 |
14,87 |
|
| Signal |
A100/SB1 |
|
51,44 |
16,01 |
9,20 |
6,29 |
1,51 |
|
16,79 |
12,61 |
9,91 |
3,76 |
10,86 |
| UKV |
VA
100 |
|
|
|
19,27 |
18,99 |
|
16,55 |
20,14 |
1,10 |
8,34 |
|
19,35 |
| Universa |
A100 |
34,28 |
|
7,31 |
11,04 |
|
7,24 |
|
29,48 |
5,40 |
0,45 |
7,92 |
8,91 |
| Vereinte |
701 |
|
35,90 |
9,91 |
13,59 |
|
1,57 |
3,00 |
12,64 |
9,54 |
4,00 |
11,05 |
7,94 |
| Victoria |
AB
01 |
|
31,63 |
10,40 |
|
|
11,30 |
|
18,36 |
10,12 |
15,27 |
|
14,35 |
Quelle: Morgen & Morgen
Die
Beitragsentwicklung in der GKV und der PKV seit 1982.
Hier ist sehr
gut erkennbar, dass die "Gesetzliche" schon immer
erheblich teurer war.

Quelle: Morgen & Morgen
Gesetzliche
Krankenkassen
("Finanztest" 10/2001)
Beiträge
heimlich erhöht
Mehrere der
bisher sehr günstigen Betriebskrankenkassen (BKK) erhöhen in aller
Stille ihre Beitragssätze. Besonders drastisch ist der Preisanstieg
zum 1. September bei der BKK Mann + Hummel von bisher 11,2 Prozent
auf 12,3 Prozent. Zum selben Termin stiegen die Beiträge der BKK
FTE von 11,7 auf 12,4 Prozent und die der BKK Zollern-Alb von 11,9
auf 12,6 Prozent. Zum 1. Oktober zieht auch noch die BKK für
Heilberufe nach und hebt die Monatsbeiträge von 11,9 auf 12,4
Prozent an.
Austrittswillige haben
nur im Monat der Erhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Wer also zum
1. September mehr zahlen soll, kann nur bis zum 30. September kündigen.
Die Mitgliedschaft endet dann mit dem 31. Oktober.
Oft erfahren die
Versicherten aber erst zu spät, dass der Beitragssatz steigt. Die
Kassen sind nämlich nicht verpflichtet, ihre Beitragszahler vorher
zu informieren. Kommt die Hiobsbotschaft erst am Monatsende mit der
Gehaltsabrechnung, kann es schon zu spät für eine Kündigung sein.
Der Bundesverband der
Betriebskrankenkassen kann in diesen Fällen auch nicht
weiterhelfen. "Von manchen Änderungen erfahren wir erst aus
der Presse", hieß es auf Nachfrage von FINANZtest. Von
Beitragssteigerungen Bescheid weiß dagegen immer das
Bundesversicherungsamt (BVA) in Bonn, das jede Erhöhung genehmigen
muss. Ein Informationssystem für die Bürger gibt es dort
allerdings bisher nicht.
Eine positive Überraschung
erleben dagegen die Mitglieder der Bonner BKK Moeller. Sie
fusioniert zum 1. Oktober mit der BKK Kissing und senkt ihren
Beitragssatz von 12,5 auf 11,7 Prozent. Die aus der Fusion
entstehende BKK KM ist bundesweit geöffnet.
HNA v. 06.12.2001
Bonus soll
zum Hausarzt locken
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat erste Eckpunkte
für die geplante große Gesundheitsreform nach der Bundestagswahl
2002 vorgelegt. Die Pläne im Einzelnen:
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Hausarztsystem: Kassenpatienten, die
zuerst ihren Hausarzt aufsuchen, sollen geringere Beiträge zahlen
als Versicherte, die dies nicht tun. Auch sollen die Hausärzte
einen eigenen Tarif abrechnen können.
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Arzneien: Das Arzneiangebot soll auf
Kosten und Nutzen durchforstet werden. Bei gleicher Wirkung soll die
günstigere Arznei gewählt werden. Unerwünschte Nebenwirkungen von
Arzneien sollen systematischer erfasst werden. Auch erwägt Schmidt,
Versandapotheken zuzulassen. Die Zuzahlungen der Patienten sollen so
geändert werden, dass Arzte weniger Großpackungen verordnen.
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Honorare: Die Kassenärzte sollen stärker
über Fallpauschalen vergütet werden, die die Behandlung eines
bestimmten Krankheitsbildes abdecken. Dies soll die ,,Flucht in die
Menge“ unattraktiv machen.
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Vorsorge: Versicherte sollen über
,,attraktive Anreize“ angehalten werden, ihre Gesundheit zu schützen.
(dpa)
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HNA v. 08.12.2001
Kranke
sollen mehr zuzahlen
Die Defizite der Krankenkassen zwingen die
Gesundheitsministerin zum Handeln. Sie will die Zuzahlungssätze für
Arznei ändern. Neue Medikamente sollen einer
Kosten-Nutzen-Bewertung unterzogen werden.
BERLIN • Kassenpatienten sollen bei
großen Medikamenten-Packungen künftig tiefer in die eigene Tasche
greifen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt kritisierte am
Freitag in Berlin die bestehende Regelung, dass Versicherte acht
Mark für eine kleine und zehn Mark für eine große Schachtel
zuzahlten. Die SPD-Politikerin sieht hier einen Anreiz zur
Verschwendung. Sie könne sich beispielsweise ab 2003 Zuzahlungssätze
von sechs und zwölf Mark vorstellen, sagte sie bei der Präsentation
eines Gutachtens zum Arzneimittelmarkt. Für chronisch Kranke und
sozial Schwache soll es Härtefallregelungen geben.
Nach
dem Willen der Gutachter sollen überhöhte Apothekenpreise bald der
Vergangenheit angehören. Der Sachverständigenrat im
Gesundheitswesen empfahl, die Preisbindung für rezeptfreie Pillen
aufzuheben. Es sei nicht einzusehen, dass „Aspirin von Freilassing
bis Flensburg den gleichen Preis aufweist“, betonte Gutachter
Eberhard Wille.
Die Wissenschaftler wollen Wettbewerb
zwischen den Apotheken schaffen. Eine Preisbindung wie in der
Apotheke gebe es sonst nur noch im Buchhandel, kritisierte Wille.
Schmidt will bereits im kommenden Jahr den bislang untersagten
Versandhandel für Arzneimittel in Modellversuchen zulassen.
Schmidt geht davon aus, dass die Maßnahmen
den defizitgeplagten Kassen Einsparungen von 2,55 Milliarden Mark
einbringen werden. Zusätzlich will sie ab 2002 eine neue
Zulassungsregelung für Arzneimittel einführen. Künftig sollen
alle im Handel befindlichen Pillen nicht nur auf Sicherheit, sondern
auch in Bezug auf ihr Preis-/Leistungsverhältnis bewertet werden.
Arzte sollen Empfehlungen erhalten, welches Präparat ein Leiden
nicht nur gut, sondern auch kostengünstig behandelt. Damit soll der
Markt für so genannte Nachahmer-Produkte ohne therapeutischen
Nutzen geschmälert werden.
Kritik kam von Apothekern und Pharmaindustrie. Der Präsident der
Deutschen Apothekerverbände, Hans-Günter Friese, sagte,
„radikale Wettbewerbsmechanismen würden das Gesundheitswesen in
die Versorgungs- und Kostenkatastrophe führen“.
(AP/dpa)
GESUNDHEITSREFORM
BERLIN ~ Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will die
Hürden für einen Wechsel aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu den Privatkassen
nach der Bundestagswahl drastisch erhöhen.
Im Rahmen der geplanten Gesundheitsreform soll die Pflichtversicherungsgrenze
um mehr als 2000 Mark (1023 Euro) auf 4500 Euro oder 8800 Mark angehoben werden,
kündigte Schmidt gegenüber der "Berliner Zeitung" an. Ab 2002 liegt
die Grenze bei 3375 Euro (6600 Mark). Nur wer mehr verdient, kann in eine Privatversicherung
wechseln. Nicht erhöhen will Schmidt die Zuzahlungen für große Arzneimittelpackungen.
Es solle bei einer Zuzahlung von zehn Mark (5,11 Euro) bleiben, sagte die
Ministerin der "Bild"-Zeitung. Wenn gleichzeitig die Zuzahlung für
kleine Packungen von acht auf fünf Mark (2,56 Euro) sinke, lohne es sich,
sparsamer mit Medikamenten umzugehen. Bis Ende April sollen die Eckpunkte der
Gesundheitsreform erarbeitet werden.
Bundeswirtschaftsminister Werner Müller
(parteilos) empfahl den Bürgern, sich darauf einzustellen, dass sie künftig
einen größeren Teil ihres Einkommens für die Gesundheit ausgeben müssten, wenn
sie eine "optimale Versorgung" haben wollten.
Persönliche Anmerkung des
Webmasters Die
offensichtlich völlig unfähige Frau Schmidt ist sich über die
Folgen dieser Maßnahme scheinbar nicht im Klaren: zehntausende von
privat versicherten Arbeitnehmern wären zwangsweise wieder in dem
sozial völlig un(v)erträglichen Kassensystem versichert. Jeder,
der die erheblich besseren Leistungen der PKV beanspruchen konnte,
muss dann (wieder) rudimentäre, schlechtere und erheblich teurere
Leistungen "genießen". Eine mögliche Folge wäre, dass
erstmals seit dem Bestehen der PKV Versicherungsgesellschaften
Insolvenz anmelden müssten, da dieser massive Einbruch an
Mitgliedern die gesamte Kalkulation durcheinander bringen wird. Die
dadurch im Versicherungsmarkt "f |